Adventskalender


19. Dezember 2020

Heute ein Text für dich:

Von wegen stille Nacht...



Vermutlich ist es damals
In jener ersten Heiligen Nacht
viel weniger still zugegangen,
als wir es heute besingen.

Wie mag es wohl ausgesehen haben
im kalten, ärmlich erbärmlichen Stall,
der Geburtsgrotte, dem Bretterverschlag,
in dem Gott das Licht der Welt erblickt hat?

Der Geburtsort des göttlichen Säuglings
war eine Not Unterkunft, lag am Rande,
im Abseits, weil in der Herberge kein
Platz für die Armen und Fremden war.

Da gab es kunterbuntes Sammelsurium
von orientalisch gemischten Gerüchen und
Geräuschen, nebst lautem Kindergeschrei,
keine erbaulich beschauliche Besinnung.

Doch die gute Nachricht von freudigen
Ereignis, auch unter widrigen Umständen
und katastrophalen Zuständen, hat sich auf
den Hüttenfeldern wie ein Lauffeuer verbreitet.

So kamen die staubigen Brüder, um nach
dem frisch entbundenen Kind, seine jungen
Mutter und dem fürsorglichen pflege Vater
zu schauen und zu helfen, wo es nötig war.

Wahrscheinlich hast du mir Notstand
als Wohlstand, mehr Chaos als heile Welt,
damals, im Provisorium der jungen Familie
mit all ihrem Gewusel und Gewimmel.

Von wegen weihnachtlicher Dekoration
mit Christbaum, glänzenden Kugeln und
reich gedeckten Gabentisch, wenn da
nicht einmal einen Wickeltisch war.

Der Unterschlupf in Bethlehem war wohl
der krasse Gegensatz zu einem behaglich
gemütlichen Wohnzimmer im Kerzenschein
mit dem Duft von Zimt und frischen Plätzchen.